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17/11/2009 BALTHASAR BURKHARD -Scent of Desire  
  Wir Fotoenthusiasten, die wir nach wie vor an die Möglichkeiten der Fotografie glauben, lieben Balthasar Burkhards Arbeit als Garantin eines fotografischen Sehens >>>  
     
   
 


Wir lieben seine wunderbaren rohen Abzüge als Inszenierungen des fotografischen Prozesses. Wir lieben seine Bilder, weil sie uns mit dem Anfang des Mediums und mit den grundsätzlichen Errungenschaften des Mediums vertraut machen, nämlich der Möglichkeit, allein durch Licht auf Fotopapier zeichnen zu können.
So lieben wir auch seine neu geschaffenen Bilder der Blumen, Flüsse und Wälder, die seine Arbeit mit der Farbe fortsetzen. Entstanden sind betörende Blumenstillleben und geheimnisvolle Landschaftsstücke, in denen er mit den Mitteln der Fotografie paradoxerweise den Dialog mit der Malerei offenhält. So zeigt die Gegenständlichkeit in seinen Fotografien, ihre Inszenierung und Thematik eine Affinität zu den Werken des französischen Künstlers Gustave Courbet, so ist Burkhards Lichtführung dem Helldunkel eines Caravaggios verwandt. Dieses Interesse für die Malerei hat ihn möglicherweise auch veranlasst, die Farbfotografie für sein Schaffen neu zu entdecken.
Wir lassen uns durch seine Hinwendung zur Malerei nicht täuschen. Weder Gedächtnis noch Einbildungskraft, die gemeinhin als humane Ressourcen der Malerei gedeutet werden, sind in unseren Augen bestimmende Faktoren von Burkhards neuer Arbeit. Er ist weiterhin einem fotografischen Denken verpflichtet, das seinen Zugang zur Welt reguliert. Die Fotografien berichten vom Zustandekommen der fotochemischen Spur, welche eine körperliche Verbindung zu den Objekten herstellt. Wir rechnen es ihm hoch an, dass er seine Bilder an einen Nullpunkt führt. Diesseits von einer Bedeutungskonstruktion sind sie primär das, was wir sehen. Seine Bilder ermöglichen uns nicht weniger und nicht mehr als einen direkten Zugang zu den Dingen dieser Welt.
Wir danken Balthasar Burkhard für die wunderbare Ausstellung, die er im Museum im Bellpark realisiert hat. Unser Dank geht gleichzeitig an Jean-Christophe Ammann für die kuratorische und an René Wochner für die organisatorische Begleitung. Wir danken Flurina und Gianni Paravicini für den Anstoss zu diesem Ausstellungsprojekt. Wir danken ausserdem Bruno Amberg der Gebrüder Amberg Bauunternehmung AG Kriens für das Gastrecht anlässlich des Eröffnungsfestes. Die Ausstellung wird in dankenswerter Weise unterstützt durch das Bundesamt für Kultur BAK, die Erziehungsdirektion des Kantons Bern, die Alfred Richterich Stiftung, die Stiftung Otto Pfeifer, die Zuger Kulturstiftung Landis und Gyr sowie den Art Club Museum und Bellpark Kriens.

Hilar Stadler
Leiter Museum im Bellpark Kriens

Museum im Bellpark Kriens bis 21. Februar 2010

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